Turnfest geht immer!
Die Stadt Leipzig war 2002 schon einmal Gastgeberin eines Turnfestes, das unseren damaligen Aktiven noch immer in bester Erinnerung ist. Als es hieß, das "Internationale Deutsche Turnfest" finde 2025 erneut dort statt, war für uns klar, wieder daran teilzunehmen.
Zunächst galt es jedoch eine unerwartete Anmeldehürde zu überwinden: Es gab nicht genügend Platz in den Leipziger Schulen, um alle Übernachtungswünsche der Vereine zu erfüllen. Auch wir standen auf der Warteliste. Schließlich kam die erleichternde Meldung, dass wir mit Sack und Pack, bzw. Schlafsack und Luftmatratze doch noch ein Klassenzimmer beziehen könnten. Die uns zugewiesene "Nachbarschaftsschule" machte ihrem Namen alle Ehre. In einem schönen Stadtviertel nicht allzu weit vom Zentrum entfernt, wurden wir dort sogar komfortabler als bei früheren Turnfesten beherbergt und verköstigt.
Das größte Breitensportfest der Welt lockte unter dem Motto "Turnen geht immer!" insgesamt knapp 50.000 Aktive nach Leipzig. Unsere Abteilung war mit acht Personen dabei, um fünf Tage lang an unterschiedlichen Wettbewerben, Spielturnieren sowie Mitmachangeboten teilzunehmen. Traditionell gehören zum Turnfest nicht nur Gerätturnen und Rhythmische Sportgymnastik, sondern auch Faust- und Volleyball, Rope Skipping, Leichtathletik, Orientierungslauf und mehr. Ein Konzept, das ideal zu unserer vielseitigen Abteilung passt. Dementsprechend hatten wir uns für viele verschiedene Wettkämpfe angemeldet.
Dagmar Heimbach, Peter Jauernig, Anja Massoth, Matthias Schumacher und Dominik Stendebach erwarben an Barren, Boden, Reck, Schwebebalken und Sprung ihr Gerätturnabzeichen, für das man sich je nach Können kleine Übungen zusammenstellt. Im Unterschied zum Leistungsturnen dürfen dabei alle Geschlechter jedes Gerät turnen, was wir gerne ausprobierten. Dominik erreichte sogar die beste Wertung am Schwebebalken sowie - mit Ehrgeiz und Charme - das höchstmögliche Gesamtergebnis von 45 Punkten.
Herausfordernder war zwei Tage später der "Wahlwettkampf", bei dem drei unserer Turner Pflichtübungen am Barren, Minitrampolin und Rope Skipping absolvieren mussten. Wiederum schaffte Dominik die intern höchste Wertung mit 31 Punkten, was in der starken Gruppe der 30-34-Jährigen Platz 26 von 83 bedeutete. Peter wurde guter 8. von 45 Teilnehmern der AK 45-49 Jahre mit 30,14 Punkten, Matthias belegte bei seinem Debüt für die Turnerschaft Rang 17 von 59 Startern mit 26,85 Punkten in der AK 55-59.
Er nahm zudem am 5 km-Turnfestlauf statt, bei dem er - auf einer schönen Runde durch den Clara-Zetkin-Park und am Fluss Elster entlang - 18. seiner Altersklasse wurde. Steffen Hänel belegte hier den ausgezeichneten 3. Platz.
Ebenfalls äußerst erfolgreich verlief der Orientierungslauf. Auf der nur mit Karte und Kompass zu meisternden Strecke fanden Dagmar und Peter alle im Gelände versteckten Kontrollposten. Dagmar wurde über die Distanz von 4 km Luftlinie 5. von 51 Starterinnen, Peter gelang über die 6 km-Strecke ein 7. Platz von 47 Läufern. Diese tollen Platzierungen sind um so höher zu bewerten, als dass beide außerhalb von Turnfesten kaum Orientierungsläufe bestreiten.
Leider kollidierte der OL-Zeitplan mit unserer Teilnahme beim Beachvolleyball. Im 4er Mixed-Team, bei dem immer zwei Frauen auf dem Spielfeld sein müssen, half uns in Dagmars Abwesenheit zum Glück eine Spielerin des TV Zell aus, so dass wir das Turnier doch noch zu Ende spielen konnten. Leider hatte das Kampfgericht festgelegt, nicht nach Beach-, sondern Hallenvolleyballregeln zu spielen. Das kam den meisten anderen Teams zugute, uns allerdings nicht. Letztlich blieb trotz vieler knapper Spiele und einzelner gewonnener Sätze der 12. und damit letzte Platz, was uns die Stimmung dennoch nicht verdarb. Wir genossen den Turniertag auf einer beeindruckenden Beach-Anlage bei schönstem (turnfest-unüblichem) Wetter.
Johannes und Regina Hopp unterstützen uns in allen Disziplinen und motivierten uns bestens mit ihren Anfeuerungen.
Ein abschließender Höhepunkt war die Stadiongala mit internationalen Turn-, Akrobatik- und Musikgruppen im Stadion des Fußballerstligisten RB Leipzig. Neben allen sportlichen Aktivitäten blieb aber auch genügend Zeit, die Altstadt Leipzigs zu besichtigen.
Was uns zudem in Erinnerung bleiben wird:
- Die Entdeckung der lokalen Süßgebäck-Spezialität "Leipziger Lerche".
- Das säuerlich schmeckende, erfrischend leckere Gose-Bier, das durch alkoholische plus Milchsäuregärung entsteht.
- Die Sportart "Hobby Horsing" - ganz ohne echtes Pferd.
- Ein Blick auf Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf seinem Weg zur offiziellen Eröffnungsfeier.
- Die von uns zufällig entdeckte alternative Feier, bei der DJ Holgaar ("der einzige DJ mit zwei a") ebenfalls das Turnfest eröffnete und der Auftritt von "Mallorca-Star" Jack Gelee für einzigartige Partystimmung sorgte.
Nach abwechslungsreichen Tagen in (turnfest-üblicher) friedlich-fröhlicher Atmosphäre ist unsere Freude auf das nächste Turnfest in Konstanz 2026 schon groß, denn: Turnfest geht immer!